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Die Geschichte der BRK Sanitätskolonne Hof - Die ersten 100 Jahre

erste Bildaufnahme der freiwilligen Sanitätskolonne Hof

Die Gründungsjahre
Den Anstoß zur Gründung einer Sanitätskolonne in Hof gab der Bayer. Landeshilfsverein vom Roten Kreuz. Dessen Zentralkomitee ließ am 6.8.1888 über den Kreisausschuss für Oberfranken des Vereins zur Pflege und Unterstützung im Felde verwundeter und erkrankter Soldaten dem Zweigverein Hof mitteilen, dass auf die Gründung einer Freiwilligen Sanitätskolonne in der Stadt Hof großer Wert gelegt würde.
 
Vorsitzender des fraglichen Zweigvereins war damals Bürgermeister Karl Ritter von Mann. Er wandte sich an den Hofer Arzt Dr. Gottlieb Scheiding und bat ihn, bei der Verwirklichung der Anregung mitzuhelfen. Dieses Ersuchen führte gar bald zu konkreten Schritten. Es wurden bekannte und im öffentlichen Leben stehende Männer, wie Rudolf Lion, Heinrich Peetz, Karl Klotz, Josef Dorn, Friedrich Hübschmann und Heinrich Egloff, zur Bildung eines Ausschusses eingeladen. Nach den ersten Besprechungen und Vorarbeiten ersuchte der genannte Zweigverein die Vorstände des Turnvereins Hof 1861 und des Allgemeinen Turnvereins Hof, in ihren Reihen für die Sache zu werben und diejenigen Mitglieder zu ermitteln, die bereit wären, der zu gründenden Sanitätskolonne beizutreten.
 
Schon am 11.9.1888 konnte der Zweigverein Hof dem Kreisausschuss für Oberfranken berichten, dass vom Turnverein 1861 Hof 27 und vom Allgemeinen Turnverein Hof 67, insgesamt also 94 Personen ihre Bereitwilligkeit zum Beitritt erklärt hatten. Wie stark muss doch damals das Gefühl für die Notwendigkeit eines sozialen Engagements bei den Bürgern in Hof ausgeprägt gewesen sein!
 
Am 7.2.1889 übersandte der Kreisausschuss die Mitteilung, dass die Freiwillige Sanitätskolonne Hof in die Bereitstellungsliste 1889/90 eingereiht worden sei. Aus dem verhältnismäßig großen Kreis der Männer, die sich zum Eintritt in die Kolonne gemeldet hatten, mussten dann nach mehreren Beratungen am 6.11.1889 durch das Los diejenigen Leute endgültig bestimmt werden, die zum Unterricht und zu den Übungen zugelassen werden sollten. Jede karitative Organisation würde sich heute glücklich schätzen, wenn sie als Ergebnis einer Werbeaktion einen solchen Zustrom an freiwilligen Helfern für aktive Mitarbeit hätte!
 
Die ersten Wahlen fanden am 15.11.1889 statt. Dabei wurden gewählt:
Fabrikbesitzer Heinrich Peetz zum 1. Kolonnenführer,
Kaufmann Karl Klotz zum 2. Kolonnenführer,
Dr. Gottlieb Scheiding zum Kolonnenarzt;
 
ferner zu Beiräten:
Bezirksarzt Dr. Tuppert,
Privatier Heinrich Egloff
Oberlehrer Josef Dorn,
Zahnarzt Friedrich Hübschmann,
Buchhändler Rudolf Lion.
Die ersten 25 Jahre
1890 Am Anfang des Jahres 1890 baten Heinrich Peetz und Karl Klotz um Entbindung von ihren Ämtern. Daraufhin wählte man sie zu Beiräten, den Rechtsrat Wilhelm Flessa zum neuen Kolonnenführer und Rudolf Lion zu seinem Vertreter.
Nach dem ersten Übungs- und Ausbildungsjahr führte die Kolonne am 28.9. in der Turnhalle der Neustädter Schule vor einem großen Kreis prominenter Gäste eine Schlussübung durch.
 
1891 Rechtsrat Flessa ging als Bürgermeister nach Kulmbach. An seiner Stelle wurde der kgl. Reallehrer und späterer Stadtschulrat Wilhelm Wißmath zum Kolonnenführer gewählt.
Spenden von privater Seite sowie gemeindliche Zuschüsse und Erlöse aus der ,,Oberfränkischen Sanitätslotterie" ermöglichten es der Kolonne, ihren Bestand an Geräten zu vergrößern und die Mitglieder mit Uniformen auszustatten.
 
1892
bricht eine Cholera-Epidemie in Hamburg aus. Ein Teil der Hofer Sanitäter erklärt sich bereit, im Seuchengebiet Trägerdienste zu leisten.
 
1893 Die Kolonne stellte für die Freiwillige Feuerwehr in Hof ein Feuerpikett auf. Daraus entwickelte sich eine noch jetzt praktizierte enge kameradschaftliche Zusammenarbeit. Fast in jedem Jahr fanden und finden noch Gemeinschaftsübungen statt, die beiden Einrichtungen sehr zustatten kommen.
 
1896 Am 24. und 25.10. war Hof Schauplatz des 1. Deutschen Führer- und Ärztetages. Diese Tatsache beweist, welch großes Ansehen sich die Sanitätskolonne Hof in wenigen Jahren erwerben konnte.
 
1897 erfolgte die Errichtung der ersten Tragenstationen in den Anwesen Vorstadt 8, Poststraße 1 und Marienstraße 45. Weitere solche Stationen entstanden in den nächsten Jahren in den Schulen in der Fabrikvorstadt (Pestalozzischule) und an der Wörthstraße (Sophienschule) sowie im Bahnhofshauptgebäude. Die letztere Station war mit all dem ausgestattet, was bei einem größeren Eisenbahnunglück vonnöten gewesen wäre.
Zu dieser Zeit mussten die Krankentransporte noch mit einer von Hand zu schiebenden Fahrbahre ausgeführt werden. Auch verfügte die Kolonne zur Alarmierung der Sanitäter über kein Telefon. Bei nächtlichem Alarm zu Krankentransporten hatte die Schutzmannschaft die Anweisung, durch Pochen an den Haustüren und Dachrinnen die Sanitätsmänner zu wecken.
Bereits damals war die Kolonne gehalten, ihre Mitglieder als Krankenpfleger für einen freiwilligen Einsatz im Kriegsfalle auszubilden. Zu diesem Zwecke fanden in Militärlazaretten und Krankenhäusern regelmäßig mehrwöchige Schulungskurse statt.
 
1901 Am 21.7. gemeinschaftliche Übung der oberfränkischen Sanitätskolonnen in Bamberg. Die Kolonne Hof beteiligte sich mit 58 Männern.
 
1902 erhielt das Mitglied des Beirates der Kolonne Heinrich Egloff in Anerkennung seiner Leistungen das Dienstauszeichnungskreuz für freiwillige Krankenpflege verliehen.
 
1903 wurde Heinrich Egloff zum Stellvertreter des Kolonnenführers gewählt.
 
1904 Am 26.11. Stiftungsfest zum 15jährigen Bestehen der Kolonne.
 
1905 Kolonnenführer-Stellvertreter Egloff besuchte am 24.6. den Begründer des Roten Kreuzes, Henry Dunant, in Heiden in der Schweiz.
Am 18.7. stellte die Stadt Hof der Kolonne kostenlos einen bespannbaren Krankentransportwagen zur Verfügung. Damit erfuhr der Krankentransport im Vergleich zu früher eine erhebliche Verbesserung.
Im Oktober trat Schulrat Wißmath aus beruflichen Gründen als Kolonnenführer zurück. Sein bisheriger Stellvertreter Heinrich Egloff ging aus der notwendigen Neuwahl als neuer Kolonnenführer, der Beirat Konrad Eitler als dessen Stellvertreter hervor.
 
1906
Eine besondere Anerkennung fand die Arbeit der Sanitäter durch den Beschluss der städt. Kollegien, den in Hof beheimateten Mitgliedern der Kolonne nach 20jähriger, später nach 15jähriger Dienstleistung das Bürgerrecht unentgeltlich zu verleihen.
 
1908 Die von der Stadt Hof beschaffte und der Kolonne überlassene telefonische Alarmeinrichtung konnte am 29.9. in Betrieb genommen werden. Diese Anlage, an die der Kolonnenführer und 8 Sanitätsmänner angeschlossen waren, bedeutete für die Kolonne einen großen Fortschritt.
Im gleichen Jahr ist auf städt. Kosten mit der Anbringung von 48 Tafeln mit Hinweisen auf die Hilfsstationen begonnen worden.
Aus dem Tätigkeitsbericht für das Jahr 1907/08 geht hervor, dass in diesem Jahr 139 Transporte und 280 sonstige Hilfeleistungen durch Kolonnenmitglieder zur Ausführung kamen. Seit 1896, als der Rettungsdienst den Sanitätskolonnen zur Pflichtaufgabe gemacht wurde, verzeichnete die Hofer Kolonne insgesamt 642 Transporte und 1000 sonstige Hilfeleistungen.
 
1909 Gelegentlich der Feier des 20jährigen Bestehens erhielt die Kolonne viel Lob und Anerkennung von allen Seiten für die geleistete Arbeit ausgesprochen.
Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet durch immerwährende Aus- und Fortbildung der Sanitäter, die ihr Wissen und Können gar bald unter Beweis stellen mussten.


Im ersten Weltkrieg


1914 In den ersten Augusttagen brach Krieg aus, der sich zum Weltkrieg ausweitete. Die Stunde der Bewährung für die Sanitätskolonne für den ernstfallmäßigen Dienst im Roten Kreuz war gekommen.
Bei Kriegsanfang zählte die Kolonne 18 Führungskräfte, 9 weitere Dienstgrade und 126 Sanitäter.
Im Schützenhaus und in der Turnhalle der Sophienschule richtete man sofort mustergültige Rotkreuz-Lazarette, Vereinslazarette genannt, ein. Dazu kamen die Reservelazarette der Militärverwaltung.
Am 26.8. trafen, vom westlichen Kriegsschauplatz kommend, die ersten Züge mit Verwundeten in Hof ein. Der Abtransport der Verwundeten in die Lazarette erfolgte mit schweren Brückenwagen, die infolge der auftretenden Erschütterungen zur Beförderung von Verletzten aber wenig geeignet waren. Die vorhandenen anderen Transportmittel, nämlich 2 Krankenwagen und 4 fahrbare Tragen, reichten bei weitem nicht aus, um die angekommenen 57 Verletzten in die Lazarette bringen zu können.
Am 25.8. mussten die ersten 7 Mitglieder der Kolonne zum Dienst in der Etappe abgestellt werden.
 
1915 Angesichts der aufgetretenen Schwierigkeiten bemühte sich die Kolonne, andere besser geeignete Transportfahrzeuge zu finden. Es gelang, im Januar 1915 in Mehltheuer in Sachsen einen sogen. Kremser-Wagen zu erwerben der zur Aufnahme von 4 Tragen geeignet war. Und kurze Zeit später konnte ein leichtgebauter, gefederter Brückenwagen gekauft werden. Ihn versah man mit einem eigenen System, das die Unterbringung von 4 Tragen erlaubte. Beide Fahrzeuge erleichterten den Transportdienst ganz erheblich.
 
1916 Im April stiftete Kommerzienrat Walter Münch-Ferber der Stadt Hof einen neuen Krankenkraftwagen, den dann die Kolonne zugewiesen erhielt. Es war das erste, für damalige Verhältnisse luxuriös ausgestattete Kraftfahrzeug in Hof, das einen zeitgemäßen, schonenden Transport von Verletzten und Kranken ermöglichte. Zum Zeichen der Dankbarkeit wurde der Spender zum Ehrenmitglied der Kolonne ernannt.
 
1917 Mitte Februar trat in Hof die gefürchtete Pockenseuche auf. Ohne Zögern und unerschrocken übernahmen die Sanitäter den Transport der Erkrankten in die für diesen Zweck bereitgestellte Absonderungsbaracke in der Schleizer Straße. Auch die Bewachung und Pflege der Patienten fiel den Sanitätern zu. Von den eingelieferten 22 Personen erlag ein Kranker der Seuche. Am 24.4. konnte sie als erloschen erklärt werden.
Im September war der Mannschaftsstand der Kolonne infolge der vielen Einberufungen derart gesunken, dass die Durchführung der Wachen und Transporte größte Schwierigkeiten bereitete. Die Kolonnenführung wandte sich deshalb an das Direktorat des Gymnasiums und bat um die Abstellung von Schülern. Es meldeten sich 17 Gymnasiasten, die dann nach erfolgter Ausbildung eine wertvolle Hilfe waren. Unter diesen Schülern befanden sich der spätere Oberbürgermeister Dr. Schröter und der spätere Kolonnenführer und Kolonnenarzt Karl Gölkel.
 
1918 Am 8.10. traf der letzte Lazarettzug mit 162 zum großen Teil Schwerverwundeten in Hof ein.
Während des ganzen Krieges ist die Kolonne insgesamt 82mal alarmiert worden. Bei der Ankunft von 229 Lazarettzügen trat sie in Tätigkeit. Es mussten aus 55 Zügen nahezu 5000 Verwundete ausgeladen, in 31 Zügen jeweils Verbände erneuert, zu 148 Zügen verstärkte Wachen gestellt und zu nach auswärts bestimmten Transporten in zahlreichen Fällen Begleiter mitgegeben werden. Das Tagebuch der Wache im Hauptbahnhof wies 11911 Hilfeleistungen auf, darunter 1597 Einzeltransporte. Diese Zahlen sprechen für sich.
Im ersten Weltkrieg haben 9 Mitglieder der Kolonne auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen ihr Leben gelassen.


Zwei Jahrzehnte Friedensarbeit


1919 Nach Beendigung des Krieges führte die Kolonne trotz sich überstürzender Ereignisse ihre Arbeit in bewährter Weise fort. Ein Tätigkeitsbericht erwähnt für den Zeitraum eines Jahres neben anderen Hilfeleistungen 244 Krankentransporte, 29 Wachen bei Geisteskranken und 352 Privatnachtwachen. Der Mitgliederstand war zu dieser Zeit auf 56 aktive Sanitäter gesunken.
 
1920 Nach über 40jährigem Wirken für das Rote Kreuz starb der hochverdiente Ehrenkolonnenführer Heinrich Egloff. Sein Nachfolger wurde der bisherige Stellvertreter Konrad Eitler, Kolonnenführer-Stellvertreter der Beirat Ernst Grau.
 
1923 Dank intensiver Bemühungen konnte der Mitgliederstand wieder auf 3 Arzte, 1 Desinfektor und weitere 100 aktive Sanitäter gehoben werden.
 
1925 Am 18.5. entstand im städt Fuhrpark ein Großfeuer, bei dem die ganze Kolonne zum Einsatz kam. Vor dem Transport in die Krankenhäuser mussten zahlreiche Verletzte auf dem extra eingerichteten Verbandplatz eine erste Versorgung erhalten.
Auf ministerielle Anordnung erfolgte vom Januar 1925 bis zum gleichen Monat des folgenden Jahres erstmalig die Ausbildung von Schülern der 8. und 9. Klassen des hiesigen Gymnasiums in Erster Hilfe bei Unglücksfällen. Auch in den weiteren Jahren kamen für die Oberklassen des Gymnasiums und der Oberrealschule derartige Kurse zur Durchführung.
 
1926 Errichtung des städt. Hallplatzgebäudes. Feuerwehr und Sanitätskolonne erhielten von der Stadt neue, zweckentsprechende Räume zugewiesen. Der Dienstbetrieb erfuhr dadurch eine wesentliche Erleichterung, die Ausbildung eine entsprechende Verbesserung. Vorher waren Wagenpark und Geräte der Kolonne in einem Schuppen auf dem Gelände des alten Schlosses sowie in der Turnhalle am Longoliusplatz untergebracht. Zur Verfügung standen seinerzeit 1 Krankenkraftwagen, 2 bespannbare Krankenwagen, 6 Räderbahren, 60 Tragen, 6 Fahrstühle und 3 Tragestühle.
 
1927 beschaffte die Kolonne einen zweiten Krankenkraftwagen, und zwar aus eigenen Mitteln. Trotzdem wurden 1927 noch 244, im folgenden Jahr noch 102 Krankentransporte mit der Fahrbahre ausgeführt. Bei den verhältnismäßig großen Höhenunterschieden in Hof bedeuteten die Transporte mit der Fahrbare in den meisten Fällen für die Rot-Kreuz-Männer eine nicht unerhebliche körperliche Anstrengung. Von den Sanitätern ist deshalb die Anschaffung des zweiten Krankenkraftwagens sehr begrüßt worden.
 
1929 beging die Kolonne unter reger Anteilnahme der Behörden und der Bevölkerung ihr 40jähriges Jubiläum. Neben einem Festabend in der Bürgergesellschaft, zu dem der Regierungspräsident von Oberfranken nach Hof kam, fand eine großangelegte Einsatzübung am Bahnhof Neuhof statt.
Zur Kolonne gehörten im genannten Jahre 100 aktive Sanitäter, 3 Arzte, 12 Beiräte und 367 unterstützende Mitglieder.
 
1931 Eine Neuerung stellte der ins Leben gerufene Straßenhilfsdienst dar. Die Kolonne richtete 43 Unfallmeldestellen (davon 13 im Stadtgebiet) und 12 Tragenstationen ein. An Stelle der üblichen Sanitätswache an Sonntagen im Rathaus trat ein regelmäßiger Bereitschaftsdienst unter den an die Alarmeinrichtung angeschlossenen Sanitätern.
 
1932 Am Jahresanfang erfolgte die Gründung einer Kolonnenhelferinnen-Abteilung, die dann 1934 in den Frauenzweigverein vom Roten Kreuz eingegliedert wurde. Aus ihr entstand 1938 die DRK-Bereitschaft Hof (w).
Zu vermerken ist auch der Kauf eines zweiten eigenen Sanitätskraftwagens, so dass die Kolonne - zusammen mit dem städt. Wagen - nunmehr 3 solche Fahrzeuge besaß. Bei 695 Transporten im fraglichen Jahre fand die Fahrbahre nur noch sechsmal Verwendung.
 
1933 trat eine tiefgreifende Veränderung im Aufbau und im ganzen Gefüge der Kolonne ein. Der Nationalsozialismus machte nach der sogen. Machtergreifung mit seinem Totalitätsanspruch auch vor den Rot-Kreuz-Organisationen nicht halt. Die seitherige demokratische Selbstverwaltung musste dem Führerprinzip weichen. Gleichzeitig verlor die Kolonne ihre Finanzhoheit, was als sehr bitter empfunden wurde.
 
1934 Am 7.4. trat Ehrenkolonnenführer Konrad Eitler nach 45jährigem verdienstvollen Wirken für das Rote Kreuz aus Gesundheitsgründen vom aktiven Dienst zurück. An seine Stelle trat der bisherige Stellvertreter Ernst Grau. Dessen Funktion wiederum übernahm Karl Schlumberger. Zur Kolonne gehörten zu diesem Zeitpunkt 5 Ärzte, 31 Dienstgrade und 156 Sanitäter.
Weil der im ersten Weltkrieg gespendete Krankenkraftwagen mittlerweile veraltet und nur noch beschränkt verwendungsfähig war, musste ein weiterer neuer Sanitätswagen beschafft werden.
Die Ausbildungsarbeit erfuhr weisungsgemäß eine spürbare Ausweitung und Spezialisierung. Neben dem Unterricht für alle Sanitätsmänner liefen Kurse für Betriebshelfer, Lehrgänge für Rettungsschwimmer und die Schulung eines Spezialtrupps für den Einsatz bei Gasunfällen in Industriebetrieben.
 
1935 Im März entstand in Feilitzsch der Sanitätszug Hof-Nordost, dessen ärztliche Ausbildung Sanitätsrat Dr. Konrad Teicher übernahm, während den einige Zeit später ins Leben gerufenen Sanitätszug Köditz den Facharzt Karl Gölkel betreute.
 
1936 Der Transportdienst nahm kontinuierlich zu. Der Tätigkeitsbericht für die Zeit vom 1.4.36 - 31.3.37 weist bereits 1055 Krankentransporte aus. Daneben fielen noch 2119 sonstige Hilfeleistungen und 34 Geisteskranken-Wachen an.
Kolonnenführer Ernst Grau legte sein Amt wegen Erreichung der Altersgrenze nieder. Er übergab die Führung dem Facharzt und bisherigen leitenden Kolonnenarzt Karl Gölkel.
 
1938 Die "von oben" verfügte organisatorische Neuordnung des Deutschen Roten Kreuzes hatte die Errichtung einer DRK-Kreisstelle für Hof-Stadt und -Land zur Folge. Alle im Einzugsbereich liegenden Rotkreuzverbände, die Männer- und Frauen-Zweigvereine, die Sanitätskolonnen und die Helferinnen wurden ihr zugeordnet. Die Sanitätskolonne Hof erhielt die Bezeichnung ,,DRK-Bereitschaft (m) Hof 1". Je eine weitere Bereitschaft (m) bestand für Schwarzenbach/S. und Oberkotzau sowie für Hof-Land (Berg, Konradsreuth und Köditz). Daneben gab es mehrere DRK-Bereitschaften (w). Die finanzielle Selbständigkeit der einzelnen Gliederungen, die bis zu einem gewissen Grade noch vorhanden gewesen war, ging völlig verloren. Die Verantwortung für die Finanz- und Vermögensverwaltung übernahm die DRK-Kreisstelle.
Im November bekam Bereitschaftsführer Karl Gölkel ein anderes Aufgabengebiet im Deutschen Roten Kreuz zugewiesen. Als neuer Bereitschaftsführer fungierte seitdem sein bisheriger Stellvertreter Karl Schlumberger, dessen Vertretung erhielt Christian Schwärzel übertragen.
 
1939 Infolge Erkrankung von Karl Schlumberger übernahm Christian Schwärzel die Führung der Bereitschaft (m) im April zunächst kommissarisch, ab Februar 1941 dann endgültig. Karl Schlumberger fand nach Wiederherstellung seiner Gesundheit in der Kreisstelle Verwendung. Dort hat er sich bei der Durchführung von Lehrgängen in den nordostbayerischen Bereitschaften sehr verdient gemacht
Das Bestreben, für den Dienst am Nächsten im Roten Kreuz ein solides Wissen und Können zu erwerben, war seit jeher für jeden Sanitäter eine Selbstverständlichkeit. Dieses eigene Trachten wurde von den Machthabern des "tausendjährigen Reiches" im Laufe der Jahre in eine Pflicht umgewandelt Man konnte nicht mehr nur wollen, sondern musste. Vor allem dieser mehr oder weniger ausgeprägte Zwang war es, der die eigentlichen Ideale des Roten Kreuzes, die reine Menschlichkeit, in Deutschland in den Hintergrund drängte. Die Hilfe und Nächstenliebe ist - unter Beachtung rassischen Gedankenguts - gewissermaßen von Staats wegen vorgeschrieben und nicht mehr impulsiv freiwillig gewesen. Darunter hat das Deutsche Rote Kreuz während der Naziherrschaft spürbar gelitten, wenn gleich das dem einzelnen Mitglied, das nach wie vor sein Bestes gab, wohl kaum bewusst ward.


Die Sanitätskolonne im Zweiten Weltkrieg


1939 bis1945 Am 1. September 1939 brach der zweite große Weltbrand aus, der zum totalen Krieg ausartete und mit der völligen Niederlage Deutschlands endete. Die Rotkreuz-Organisationen wurden abermals in den Dienst des Krieges gestellt Das Rote Kreuz als weltweite Organisation konnte nicht verhindern, dass im Verlaufe der Auseinandersetzungen manches geschah, was mit seinen Zielsetzungen und den getroffenen internationalen Abmachungen nicht in Einklang stand.
Unter dem Eindruck der ersten Kriegsmonate beging die Freiwillige Sanitätskolonne Hof am 16.12.1939 in der Gaststätte "Rußbutt‘n" in schlichter Weise die Feier ihres 50-jährigen Bestehens. Eine Reihe verdienter und langjähriger Mitglieder konnte aus diesem Anlass geehrt werden, an ihrer Spitze der greise Ehrenkolonnenarzt Dr. Gottlieb Scheiding und Ehrenkolonnenführer Konrad Eitler. Über den Einsatz der Bereitschaft (m) Hof 1 während des Krieges hat Willy Köppel in seinem 1949 verfassten Rückblick folgendes ausgeführt: "Ein großer Teil der wehrpflichtigen Kolonnenangehörigen musste nach Kriegsbeginn beizeiten zur Wehrmacht einrücken. Die restlichen Sanitäter fanden daheim wertvolle Unterstützung durch die Kameraden, die wegen Überschreitung der Altersgrenze bereits aus dem aktiven Dienst ausgeschieden waren. Ohne ihre tatkräftige Hilfe wären die vielfältigen Aufgaben nicht zu bewältigen gewesen. So wirkten sie mit beim Entladen der Lazarettzüge, beim Transport der Verwundeten in die örtlichen Lazarette, beim gemeinsamen Dienst mit den Helferinnen in der Hilfsstelle im Hauptbahnhof, bei der Arbeit in den Überachtungsstellen für die aus dem westlichen Kriegsschauplatz zurückgeführte Zivilbevölkerung, bei der Betreuung von Evakuierten aus bombengeschädigten Städten, im Luftschutzdienst und dgl. mehr. Daneben war noch der normale Krankentransport- und Hilfsdienst zu leisten, dessen Umfang sich infolge des Krieges bedeutend gesteigert hatte. Gar oft blieb den Männern keine Zeit zum Schlafen, weil sie in der Nacht zum Rot-Kreuz-Dienst gerufen wurden, am Tage aber ihrem Zivilberuf nachgehen mussten. Die Sanitäter, die während des Krieges nicht an der Front standen, haben in dieser Zeit gemeinsam mit den alten Kameraden daheim Vorbildliches geleistet. So sind von Januar 1940 bis September 1944 unter anderem aus 115 Lazarettzügen über 9000 Verwundete ausgeladen und etwa 1500 zwecks Verlegung in andere Lazarette wieder verladen worden. Bis Kriegsende trat dann sogar noch eine Steigerung ein. Zahlen hierüber liegen jedoch nicht vor. Wenn Not am Mann war, halfen Jugendliche beim Entladen der Lazarettzüge mit. In der DRK-Bahnhofshilfsstelle wurden Tausende von Wehrmachtsangehörigen fürsorglich betreut".
Für den Verwundetentransport und den üblichen Krankentransportdienst verfügte die Kolonne - im Gegensatz zum ersten Weltkrieg - über vier rotkreuzeigene Krankenkraftwagen, einen Sanitätskraftwagen der Wehrmacht und zwei zum Verwundetentransport eingerichtete städt. Omnibusse.
Bei 266 Fliegeralarmen standen die Kolonnenmitglieder mit den Krankentransportfahrzeugen an genau festgelegten Ausweichstellen zum Einsatz bereit Je ein Großeinsatz mit vielen Hilfeleistungen war nötig bei den Fliegerangriffen am 14.2.1945 auf die Fabrikvorstadt, am 8.4. auf die Anlagen des Hauptbahnhofes und am 13.4. auf die Eisenbahnbrücke in Unterkotzau. Bei diesem Angriff erlitt der ehemalige Vorort von Hof schwere Schäden.
Wiederholt führte die DRK-Landesstelle Nürnberg nach Fliegerangriffen auf Hamburg und Nürnberg Hilfsaktionen durch, die unter der Leitung des DRK-Hauptführers Leopold Kretschmann aus Hof standen.
Weiteres Zahlenmaterial über die Tätigkeit der Hofer Kolonne in der Zeit von 1939 - 1945 ist nicht vorhanden. Es könnte Zeugnis geben für ihre segensreiche Arbeit in schwerer Zeit.
Aus dem Zweiten Weltkrieg kamen 15 Mitglieder der Kolonne nicht mehr heim. Zwei sind vermisst.


Wiederbeginn nach dem zweiten Weltkrieg


Die Stadt Hof wurde am 15.4.1945 von amerikanischen Truppen besetzt. Die örtlichen Gemeinschaften des Deutschen Roten Kreuzes, das in diesen Tagen zu bestehen aufhörte, stellten ihre Tätigkeit ein. Der Krankentransportdienst konnte mit Erlaubnis der Militärregierung fortgeführt werden.
Im September 1945 genehmigte die amerikanische Militärregierung die Bildung des Bayerischen. Roten Kreuzes zur Durchführung des Gesundheits- und Rettungsdienstes, und zwar als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Rotkreuzorganisationen mussten wieder nach demokratischen Grundsätzen aufgebaut werden. Die männlichen Bereitschaften erhielten wie früher die Bezeichnung ,,Freiwillige Sanitätskolonne".
Dr. Kurt Schröter, später Oberbürgermeister, übernahm den Vorsitz im BRK-Kreisverband Hof, der für die Stadt und den Landkreis Hof zuständig war. Der prakt. Arzt Dr. Max Rahm erklärte sich bereit, das Amt des 2. Vorsitzenden und zugleich das des Chefarztes zu bekleiden. Aus der erstmals wieder durchgeführten Wahl in der Kolonne gingen Wilhelm Böhlein als Kolonnenführer und Hans Degenkolb als Stellvertreter hervor. Wilhelm Böhlein fungierte auch als Kreiskolonnenführer. Obwohl keine zwingende Notwendigkeit bestand und auch die Militärregierung keine diesbezüglichen Vorschriften machte, wurde zur Unterstützung der Kolonnenführung in alter demokratischer Tradition ein beratendes Gremium, der Beirat, gebildet. Er hat sich, wie schon früher, sehr bewährt.
Mit der Abhaltung der üblichen Unterrichts- und Übungsabende nahm die Arbeit der Kolonne einen neuen Anfang.
 
1946 Der in die Zuständigkeit des Kreisverbandes fallende Krankentransportdienst, für den die Kolonne das Sanitätspersonal zu stellen hatte und noch hat, gestaltete sich wegen Betriebsstoff- und Reifenmangels außerordentlich schwierig. Einzelne Fahrzeuge mussten zeitweise stillgelegt werden, weil irgendwelche Ersatzteile nicht zu bekommen waren. Dem damaligen Transportleiter Martin Maier ist es zu verdanken, dass der Transportdienst trotz größter Schwierigkeiten auch in den schlimmsten Zeiten nicht einen Tag aussetzte.
Die Aus- und Fortbildung musste während des Winterhalbjahres etwas eingeschränkt werden, weil der Unterrichtsraum im Hallplatzgebäude häufig nicht oder nur unzureichend beheizt werden konnte.
Für Schüler des Gymnasiums und der Oberrealschule fand ein Lehrgang über Anatomie statt. Die Leitung lag bei Dr. Ernst Friedmann jun.
Erstmalig sind Sanitätswachen bei Vorstellungen des Neuen Theaters und bei sportlichen Veranstaltungen gestellt worden.
Im September durfte die erste offizielle Rotkreuz-Straßensammlung durchgeführt werden.
Am Ende des Jahres zählte die Kolonne 85 Mitglieder.
 
1947 Im Flüchtlings- und Heimkehrerlager Moschendorf machten sich zahlreiche Kolonnenangehörige bei mancherlei Arbeiten nützlich, auch in den beiden vorhergehenden und in den folgenden Jahren.
Ein Betriebshelferkurs mit großer Beteiligung diente dem Ziele, möglichst für jeden größeren Betrieb einen oder mehrere Betriebshelfer auszubilden. Gleiche Lehrgänge folgten in späteren Jahren.
 
1948 Facharzt Karl Gölkel versah wieder das Amt des Kolonnenarztes.
Die Währungsreform, die dann den allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung brachte, betraf auch die Sanitätskolonne. Ihre Kameradschaftskasse schrumpfte auf 138,- DM zusammen. Die eigentliche Finanzhoheit im BRK-Kreisverband war ja nach der Wiederzulassung durch die Militärregierung beim Kreisverband mit seiner Kreisgeschäftsstelle geblieben.
Nachdem ein ganzer Teil der Kolonnenmitglieder die (jetzt) verhältnismäßig hohen Beiträge zur alten Rotkreuz-Sterbekasse wegen der durch die Währungsreform hervorgerufenen Geldknappheit nicht mehr zahlen konnten, wurde auf vielfachen Wunsch eine eigene Sterbehilfskasse gegründet, die bis vor wenigen Jahren bestand.
Am 25./26.9. stieg in Hof das große Motorradrennen "Rund um den Otterberg". Sämtliche Kolonnenmitglieder und zahlreiche Helferinnen sorgten für den Sanitätsdienst an der Rennstrecke. Das ist auch in den folgenden Jahren bei der gleichen Veranstaltung jeweils der Fall gewesen.
 
1949 Bei der Hauptversammlung wählten die Mitglieder Kuno Ansorg zum Kolonnenführer. Wilhelm Böhlein blieb Kreiskolonnenführer.
Um einen einheitlichen Ausbildungsstand zu erreichen und zur Vermeidung einer übermäßigen Belastung der vortragenden Arzte sowie der Ausbilder erklärte sich die Kolonnenführung damit einverstanden, dass die Aus- und Fortbildung der Helferinnen der weibl. Bereitschaft künftig gemeinsam mit der Kolonne erfolgt. Die anfangs bestehenden Bedenken erwiesen sich als grundlos.
Am 1. und 2.10. beging die Kolonne die Feier ihres 60jährigen Bestehens mit einem Festabend im Schützenhaus, einer Einsatzübung (zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr) an der Sophienschule und einem Tanzabend ebenfalls im Schützenhaus. Die gelungene Veranstaltung erfreute sich großen Interesses beim Stadtrat, verschiedenen Behörden sowie bei der Bevölkerung von Hof.
Die fünfziger Jahre
1950 Durch die Wiedereinführung einer regelmäßigen Sonntagswache für den Rettungsdienst in Stärke von 2 Fahrern und 3 Begleitern wurde die schnellstmögliche Ausführung von Krankentransporten auch an Sonn- und Feiertagen sichergestellt.
Mit der Beschaffung eines größeren, zweckentsprechenden Zeltes vervollständigte die Kolonne ihre Ausrüstung.
Drei Sanitäter besuchten einen mehrtägigen Lehrgang an der Rot-Kreuz-Ausbildungsstätte in Stockdorf.
Mehrere Betriebshelferlehrgänge sowie ein Lehrgang für sogen. Feuerwehrsanitäter zeugen von der ersprießlichen Arbeit der Kolonne.
 
1951 Bei der Mitgliederversammlung am 2.6. ist Christian Schwärzel durch seine Wahl zum Kolonnenführer wieder mit der Führung der Kolonne betraut worden. Hans Degenkolb behielt das Amt des Stellvertreters bei.
In den Monat Mai fällt eine große Übung sämtlicher Kolonnen des Kreisverbandes an der Brücke über die Autobahn bei Leupoldsgrün. Die Kolonne Hof beteiligte sich mit 40 Sanitätern, 3 Krankenkraftwagen, 1 Lastkraftwagen und 25 Tragen.
Am 26.9. folgte eine Nachtübung am Bahndamm beim Teufelsberg in Anwesenheit von Vertretern der Bundesbahn.
Am 29.10. begann erstmalig ein sogen. Grundausbildungslehrgang von 12 Doppelstunden für zusammen 45 Teilnehmer. Solche Kurse kamen in den folgenden Jahren laufend zur Durchführung.
Mit der Einführung einer ständigen Nachtwache für den Transportdienst im Sanitätsdepot am Hallplatz entsprach die Kolonne einem dringenden Bedürfnis.
Dank der Fürsprache des Kolonnenarztes Dr. Oskar Ruß war es möglich, im Rotkreuzkrankenhaus die Blutgruppe der Kolonnenmitglieder bestimmen zu lassen.
Zur Kolonne gehörten in diesem Jahre 104 aktive und inaktive Sanitäter.
 
1952 Oberbürgermeister Hans Högn wurde zum 1. Vorsitzenden des Kreisverbandes gewählt, Facharzt Karl Gölkel zum Chefarzt. Dr. Max Rahm blieb 2. Vorsitzender.
Der Stadtrat bewilligte die Mittel für eine neue, moderne Fernsprechanlage für die Kolonne. Sie bot Gewähr für eine rasche Alarmierung der Sanitäter und damit für eine schnelle Einsatzbereitschaft der Kolonne.
Der Kreisverband beschaffte ein neues Stromaggregat, ein wertvolles Gerät für Einsätze während der Nachtstunden.
Am 8.9. führte die Kolonne unter Mitwirkung von Kameraden aus Leupoldsgrün und Konradsreuth eine Übung bei Walburgisreuth durch.
Im Verlauf des Jahres fanden unter anderem Sonderkurse für Polizeipersonal, sowie für Insassen des Lagers Moschendorf statt. Zeitweise liefen vier Kurse nebeneinander.  
 
1953 Beim Hofer Heimatfest im Monat Juli beteiligte sich die Kolonne an den meisten Veranstaltungen, entweder als Mitwirkende oder durch Stellung des Sanitätsdienstes.
Auf den 24.10. fiel die vom Bezirksverband Ober- und Mittelfranken für die Kreisverbände Hof, Naila und Münchberg angesetzte Katastrophen-Einsatz-Übung an der Schödelshöhe bei Leupoldsgrün. Bei dieser Gelegenheit kam die Beleuchtungsanlage des Kreisverbandes mit dem neuen Stromaggregat erstmals zum Einsatz. Österreichische Sanitäter nahmen als Beobachter an der Ubung teil.
Der Krankentransportdienst, den auch nach dem zweiten Weltkrieg ausschließlich ehrenamtliches Personal versah, nahm von Jahr zu Jahr spürbar zu. Waren es zunächst noch rund 3500 Transporte mit 38100 km im Jahr, so stiegen sie bis 1953 auf 5712 mit rund 125000 gefahrenen Kilometern an. Die ehrenamtlichen Helfer sahen sich außerstande, diese große Aufgabe neben ihrer beruflichen Tätigkeit zu bewältigen. Der Kreisverband stellte deshalb anfangs der Fünfziger Jahre einen Sanitäter hauptamtlich an. 1953 folgte ein zweiter und in der Folgezeit noch mehrere. Trotzdem wäre der Krankentransport ohne die ehrenamtlichen Helfer nicht aufrechtzuerhalten gewesen, vor allem nicht in der Nacht und an Wochenenden.
 
1954 Als äußerst wertvoll erwies sich der Erwerb eines Schmalfilmgerätes durch den Kreisverband. Einschlägige Filme bereichern seitdem die Unterrichtspläne. Sie werden außerdem ergänzt durch Planspiele und geeignete Lichtbilder.
An Fortbildungskursen und Speziallehrgängen an der Rotkreuz-Schule Deisenhofen nahmen im Laufe des Jahres mehrere Mitglieder teil. Ein Wochenendlehrgang in Hof, veranstaltet vom Bezirksverband Ober- und Mittelfranken stand unter der Leitung seines Organisationsleiters Mühlbauer.
Übungen in Berg, bei Zedtwitz und am Labyrinth stellten an die Sanitäter ernstfallmäßige Anforderungen.
Im Krankentransport sind im Laufe des Jahres von Mitgliedern der Kolonne 5589 Transporte ausgeführt worden. Dabei fuhren sie mit den Krankenwagen insgesamt 142700 km.
 
1955 Das Zusammenwirken der Sanitätskolonne und der Feuerwehr bei einem Großeinsatz konnte anlässlich der Übung in Brunnenthal geprobt werden. Von großem Nutzen war dabei die kolonneneigene Feldfernsprechanlage, die in der Folgezeit einen weiteren Ausbau erfuhr.
Um die für einen K-Fall vorgehaltene Ausrüstung sofort greifbar zu haben erwarb der Kreisverband einen Kfz.-Anhänger.
Die abgehaltenen zahlreichen Grundausbildungslehrgänge beanspruchten die wenigen Ausbilder sehr.
 
1956 Die Kolonne nahm Abschied von ihrem letzten Gründungsmitglied, Ehrenkolonnenführer Konrad Eitler.
Die Fahrzeuge des Krankentransportes erhielten endlich die Genehmigung, im Bedarfsfalle neben dem Martinshorn auch das Blaulicht zu führen.
Anlässlich des 100. Stiftungsfestes der Freiw. Feuerwehr Hof beteiligte sich die Kolonne am Festabend, am Umzug und an der Schauübung. Daneben stellte sie, soweit nötig, den Sanitätsdienst.
Am 22.9. fand eine Großeinsatzübung sämtlicher Kolonnen des Kreisverbandes in der Gegend von Silberbach statt.
Am 30.9. wurde das Rotkreuz-Krankenhaus aufgelöst. Es war 1945 als Notmaßnahme in der Neustädter Schule eingerichtet und später in einem Block der Kaserne an der Kulmbacher Straße untergebracht worden.
 
1957 Ein lang gehegter Wunsch ging in Erfüllung. Dank sparsamer Wirtschaftsführung konnte der Kreisverband an die Errichtung eines eigenen Rotkreuz-Heimes herangehen. Der Neubau entstand nach der Planung des Architekten Horst Rudorf. An der feierlichen Einweihung des Hauses nahm auch der Präsident des Bayer. Roten Kreuzes, Landtagspräsident Dr. Hans Ehard teil. Die unhaltbaren, unzulänglichen Verhältnisse im Hallplatzgebäude hatten ein Ende gefunden.
Bei einer Übung am 26.5. am Bahnhof Neuhof stellten sowohl die Sanitäter als auch die Mitglieder der weiblichen Bereitschaft ihr Können unter Beweis.
Im Herbst trat Wilhelm Böhlein aus Gesundheitsgründen von seinem Amt als Kreiskolonnenführer zurück.
 
1958 Christian Schwärzel legte das Amt des Kolonnenführers nieder, behielt aber das des Kreiskolonnenführers, das er von Wilhelm Böhlein übernommen hatte, bei. Zum Kolonnenführer wählten die Mitglieder Hans Degenkolb, zum Stellvertreter Hans Latendin.
Chefarzt Karl Gölkel und Kolonnenarzt Dr. Oskar Ruß erklärten aus persönlichen Gründen ihren Rücktritt, was sehr bedauert worden ist. Neuer Kolonnenarzt wurde Dr. Manfred Stammberger. Für den Kreisverband konnte Dr. Karl Thoma als Chefarzt gewonnen werden.
Von März bis Mai lief ein örtlicher Gruppenführerlehrgang.
Mehrere Kolonnen und Bereitschaften des Kreisverbandes beteiligten sich an der Eisenbahnübung im Oktober in Oberkotzau. Bei dieser Gelegenheit erfolgte erstmals der Einsatz von Funksprechgeräten, die allerdings dem Kreisverband nicht gehörten. Ihre Verwendung erleichterte der Führung die Leitung des Einsatzes ganz erheblich. Die vorgeschriebene Bergung von Verletzten aus mehreren Eisenbahnwagen sowie ihr Transport in ein im Stadtteil Moschendorf eingerichtetes provisorisches Hilfslazarett stellte an Sanitäter und Helferinnen ernstfallmäßige Anforderungen.
 
1959 Die fortschreitende Motorisierung bedingte einen Ausbau des Netzes der Unfallhilfs- und Meldestellen im ganzen Bereich des Kreisverbandes. Von der Kolonne Hof sind insgesamt 29 solche Stellen betreut worden, die u.a. mit 5 Sanitätskästen, 24 Verbandstaschen und 13 Tragen ausgerüstet waren.
Die Stellung von Wachen zu den verschiedensten Veranstaltungen nahm von Jahr zu Jahr zu. Im Jahr 1959 konnten 465 solche Dienste gezählt werden. Eine an die einzelnen Vereine gerichtete Bitte, interessierte Mitglieder zur Kolonne zu schicken und sie dort in Erster Hilfe ausbilden zu lassen, damit sie die Sanitätswachen selbst besetzen können, brachte keinen Erfolg.
Am 16.10. löste die Bundesbahn für das Rote Kreuz einen Alarm aus, dem ein angenommenes Unglück im Bahnhof Martinlamitz zugrunde lag. Der Einsatz der Kolonne Hof gab zu Beanstandungen keinen Anlass.
Der Sanitätszug Berg, der unter der Obhut der Hofer Kolonne stand, erhielt im September den Status einer selbständigen Kolonne. Die Berger Kameraden sind darauf sehr stolz gewesen.
Bei der Hauptversammlung des BRK-Bezirksverbandes Ober- und Mittelfranken, die am 17/18.10. in Hof stattfand, hatten viele Mitglieder spezielle Aufgaben zu erledigen.
Die erstmals erprobte Aufteilung der Sanitäter auf kleine Arbeitsgruppen bewährte sich bei der praktischen Ausbildung sehr.
Zum Personal des Krankentransportdienstes gehörten inzwischen schon 6 hauptamtliche Fahrer bzw. Begleiter.
Die Sanitätskolonne in den 60er Jahren
1960 Kolonnenarzt Dr. Stammberger verließ aus beruflichen Gründen die Stadt Hof. An seine Stelle trat Oberarzt Dr. Karlheinz Thumser vom Stadtkrankenhaus Hof.
Bedeutsam war die Einführung des Funksprechverkehrs im Krankentransport, vorerst mit 3 Geräten. Der Transportdienst ließ sich dadurch wesentlich rationeller, in vielen Fällen auch schneller gestalten. Die Fahrleistung der Krankenwagen war auf 194000 km im ganzen Jahr gestiegen.
Die Vielseitigkeit der Aus- und Fortbildung lässt sich aus dem Dienstplan für 1960 erkennen. Unter den angesetzten 41 Unterrichts- und Übungsabenden befanden sich:
17 Abende mit praktischen Übungen, Verbandübungen und dgl.
13 ärztliche Vorträge über verschiedene Themen
2 Vorträge über den leichten und schweren Atemschutz
1 Vortrag über Versicherungsfragen im Rotkreuzdienst
1 Vortrag über Arzneimittellehre
1 Vortrag über das Sterilisieren von Instrumenten
1 Abend für die Unterweisung im Umgang mit Spritzen
1 Abend für die Vorführung des K-Gerätes
1 Abend für die Besprechung des Arztkastens
1 Abend für eine Belehrung über den Krankentransport
1 Abend für die Personalerfassung und die Besprechung eines Einsatzplanes
1 Abend mit praktischer Arbeit am Sandkasten.
 
1961 Bei einem auf Landesebene durchgeführten Sanitätswettbewerb beteiligte sich die Kolonne mit einer Gruppe von fünf jüngeren Kameraden. Sie belegten im Bezirk Ober- und Mittelfranken einen respektablen 2. Platz.
An einer Großübung des BRK in Ebenhausen, wo sich das Zentrallager des Bayer. Roten Kreuzes befindet, nahmen mehr als 20 Helferinnen und Helfer aus Hof teil.
Die Kolonne bemühte sich nach Kräften, die Rot-Kreuz-Gemeinschaft in Leupoldsgrün mit neuem Leben zu erfüllen. Lehrgänge in Gattendorf, Brunnenthal und Köditz hatten das Ziel, in diesen Orten eigene Gruppen zu bilden.
 
1962 Bei der Oberfranken-Ausstellung im Mai trat das BRK mit 3 Ausstellungszelten in Erscheinung. Eindrucksvolle Schaubilder, zahlreiches Gerät und mehrere Fahrzeuge gaben Einblick in die Arbeit des Roten Kreuzes und seiner Kolonnen.
Eine Übung im Steinbruch am Labyrinth stellte die Sanitäter vor mancherlei Probleme, die aber dank der gediegenen Ausbildung bewältigt werden konnten.
In Zedtwitz, Trogen, Unterhartmannsreuth und Schollenreuth wurden Grundausbildungslehrgänge abgehalten.
 
1963 Wie in der Vergangenheit besuchten mehrere Sanitäter zu ihrer Fortbildung Fernmelde-, Instruktoren- und ABC-Lehrgänge, sowie Kurse an der Rot-Kreuz-Schule in Deisenhofen. In Hof und den umliegenden Orten kamen 1 Gruppenführer- und 1 Krankentransportlehrgang sowie 10 Grundausbildungslehrgänge zur Durchführung. Speziell die letztgenannten Kurse dienten dem vom Präsidium des BRK gesteckten Ziel, möglichst 2% der Bevölkerung Bayerns in Erster Hilfe zu unterweisen.
Die Zahl der in den Krankenwagen befindlichen Funksprechgeräte konnte von 3 auf 6 erhöht werden.
 
1964 Am 29. und 30.8. beging die Sanitätskolonne die Feier ihres 75-jährigen Bestehens mit einem Festabend in der "Bürgergesellschaft", einer Kundgebung und einem Standkonzert vor dem Rathaus, einem großen Festzug durch die Innenstadt und schließlich einem Unterhaltungsnachmittag in der Freiheitshalle. Die verschiedenen Veranstaltungen, an denen zahlreiche auswärtige Rotkreuz-Gemeinschaften teilnahmen, fand weithin Beachtung bei Behörden, der Zivilbevölkerung und befreundeten Organisationen. Aus Anlass des Jubiläums stiftete die weibl. Bereitschaft Hof der Kolonne eine Rot-Kreuz-Fahne.
Eine Ausstellung in einer Glasvitrine im ersten Stock des Rathauses gab Auskunft über die Gründung und die Entwicklung der Sanitätskolonne im Verlaufe von sieben Jahrzehnten.
Den Abschluss der Veranstaltungen des Jubiläumsjahres bildete eine großangelegte Einsatzübung am Köditzer Hang, der die Annahme eines Flugzeugabsturzes zugrunde lag. Acht Sanitätskolonnen und -züge wirkten bei dieser gelungenen Übung mit.
Dank des Entgegenkommens des Kreisverbandes und unter Inanspruchnahme eines großen Teiles der Mittel der Kameradschaftskasse war es möglich, die Kolonnenmitglieder mit einheitlicher Dienstkleidung auszustatten.
Vom unermüdlichen Einsatz der Ausbilder zeugen 20 Lehrgänge, die 1964 zum Abschluss kamen.
In das Jubiläumsjahr fällt noch die Fertigstellung des Anbaues an das Rot-Kreuz-Heim. Die Lager- und Betriebsräume haben dadurch eine wesentliche Erweiterung erfahren. Wichtig war aber in erster Linie die Schaffung von Wohnungen für das hauptamtliche Transportpersonal.
 
1965 Ein beachtlicher Teil der Aus- und Fortbildung, die früher ausschließlich Sache der Kreisverbände und Kolonnen war, wurde seit einiger Zeit von vorgesetzten Rot-Kreuz-Stellen inhaltlich vorgeschrieben. Durch einheitliche Arbeitsprogramme soll in allen Kolonnen ein gleicher Ausbildungsstand erreicht werden.
Der Dienstplan weist für das Jahr 1965 insgesamt 39 Unterrichts- und Übungsabend aus. Die Anforderungen an den einzelnen Sanitäter nahmen zu.
Bei einem Sanitätswettbewerb auf Kreisverbandsebene belegte ein Team der Kolonne Hof den ersten Platz.
Die Breitenausbildung verzeichnete 18 Grundausbildungslehrgänge in umliegenden Orten und zwei Wiederholungslehrgänge für Bedienstete der Bundesbahn.
Kreiskolonnenführer Christian Schwärzel legte nach 50-jähriger Tätigkeit im Roten Kreuz sein Amt nieder. Zum Nachfolger wurde der bisherige Kolonnenführer von Hof Hans Degenkolb gewählt, der dieses Amt abgab an seinen Stellvertreter Hans Latendin. Dessen alte Funktion wiederum erhielt Max Pößnecker übertragen.
 
1966 Die Kolonne betrauerte den Tod zweier verdienter Mitglieder, nämlich der ehemaligen Kreiskolonnenführer Wilhelm Böhlein und Christian Schwärzel.
Die Teilnahme einiger Delegierter am Rot-Kreuz-Kongress in Berlin brachte wertvolle Anregungen und neue Erkenntnisse für die tägliche Arbeit.
Aus Anlass von Jubiläen fand je ein Besuch der Sanitätskolonnen Kulmbach und Bad Steben statt.
Beim Sanitätswettbewerb für den Bereich Ober- und Mittelfranken belegte die Gruppe der Kolonne Hof den zweiten Platz.
Chefarzt Dr. Thoma verließ aus beruflichen Gründen die Stadt Hof. Sein Amt übernahm der bisherige Kolonnenarzt Dr. Thumser.
 
1967 Bei der ,,Woche der Unfallhilfe im Straßenverkehr", deren Ausgestaltung Polizei, Verkehrswacht und Rotes Kreuz gemeinsam übernahmen, stellten die Kolonnenmitglieder anlässlich einer Schauübung vor dem Rathaus ihr Können unter Beweis.
Aufgrund gemachter Erfahrungen richtete die Kolonne eine eigene Fernmeldegruppe ein. Diese Gruppe veranstaltete noch im gleichen Jahre eine Übung in der Gegend von Waldfrieden.
Einen Schwerpunkt der Ausbildungsarbeit bildete die Einrichtung und der Betrieb von Verbandsplätzen. Neben einer vollständigen Sanitätsausbildung stand die Einführung in die Grundzüge der Desinfektion und der Keimfreimachung auf dem Arbeitsprogramm, das 37 Dienstabende umfasste.
Dr. Gerhard Fraaß konnte als neuer Kolonnenarzt gewonnen werden.
Zwei Ausbilder aus Ho{ die sich durch besondere Leistungen auszeichneten, fanden erstmalig im nordostbayerischen Raum als Ausbilder für Unterführer Verwendung.
Den Abschluss der Sommerarbeit bildete eine schulmäßige Übung im Gelände des ,,Theresiensteins"‘ an der auch andere Kolonnen des Kreisverbandes teilnahmen. Eine weitere Übung, allerdings in kleinerem Umfange, fand gemeinsam mit der Feuerwehr beim Kaufhof in der Altstadt statt.
Die im Zuge der Ausbildung eingeführten Testbogen und praktischen Testaufgaben hatten sich gut bewährt, waren aber wegen ihres Prüfungscharakters nicht beliebt.
Zum Jahresende verfügte die Kolonne über 8 befähigte Ausbilder. Neben der Ausbildung in der Kolonne und im Kreisverband oblag ihnen die Durchführung von 22 Grundausbildungslehrgängen für die Bevölkerung.
Im Transportdienst bewegten sich 3810 Fahrten innerhalb des Stadtgebietes, während 2215 über die Stadtgrenzen hinaus führten.
Bei der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes wählten die Mitglieder Kreiskolonnenführer Hans Degenkolb zum stellv. Vorsitzenden. Chefarzt Dr. Karlheinz Thumser, der sein Amt bisher kommissarisch versah, wurde in dieser Funktion bestätigt.
 
1968 Die Kolonne nahm Abschied von dem plötzlich verstorbenen langjährigen Schatzmeister des Kreisverbandes Georg Müller, der auch Mitglied der Sanitätskolonne Hof gewesen ist
Die Ausbildungsarbeit umfasste 32 Unterrichts- und Übungsabende, die vorwiegend das vom Präsidium herausgegebene Ausbildungsprogramm zum Inhalt hatten. Die Fernmeldegruppe war mit 7 separaten Unterrichtsabenden sehr rührig. Die Breitenausbildung zählte 20 Grundausbildungslehrgänge. Daneben begannen noch die Kurse für Führerscheinbewerber "Sofortmaßnahmen am Unfallort". Im Krankentransport fielen 6368 Fahrten an.
Gelegentlich zahlreicher Wachen sowie im Transportdienst leisteten die Kolonnenmitglieder ehrenamtlich 6575 Wachstunden.
Ein Besuch der Sanitätskolonne Konradsreuth anlässlich ihres Jubiläums unterstrich die gepflegten gutnachbarlichen Beziehungen.
 
1969 Stellv. Vorsitzender Hans Degenkolb, der zugleich als Kreiskolonnenführer fungierte, legte dieses Amt nieder, weil er die doppelte Beanspruchung nicht bewältigen konnte. Bei der nächsten Mitgliederversammlung des Kreisverbandes erhielt Max Pößnecker das Amt des Kreiskolonnenführers übertragen.
Die Sanitätskolonne wählte als Nachfolger von Hans Latendin Helmut Krauß zum Kolonnenführer und Günther Haim zu seinem Vertreter.
Zur ADAC-Zuverlässigkeitsfahrt am 19.7.69 stellte die Kolonne mehrere mit Fahrzeugen ausgerüstete Wachen.
Vom 5. - 7.9. fand das erste zentrale Ausbildungslager des Kreisverbandes statt, mit starker Beteiligung der Kolonne Hof, die auch das Ausbildungspersonal stellte.
In den Monat September fiel ein Besuch der Kolonne Kirchenlamitz aus Anlass ihres 60jährigen Bestehens.
Im Oktober wurde eine Alarmübung durchgeführt, um feststellen zu können, wie viel Sanitäter in welcher Zeit einsatzbereit sind. Das Ergebnis dieser Überprüfung war zufriedenstellend.
Ein Geländemarsch in drei Gruppen diente der Festigung der Kenntnisse im Umgang mit Karte und Kompass.
Bei der während der Feuerschutzwoche durchgeführten Übung an der Schmidt-Bank in der Altstadt setzte die Kolonne ihre Schnelleinsatzgruppe ein.
Zur Eröffnung des Flugplatzes Hof-Pirk mussten mehrere Wachen gestellt werden. 40 Lehrgänge "Erste Hilfe" und 26 Kurse "Sofortmaßnahmen am Unfallort" belasteten das Lehrpersonal stark. Ausländischen Teilnehmern an den letztgenannten Kursen bereitete es wegen mangelnder Sprachkenntnisse oft Schwierigkeiten, der Unterweisung zu folgen.
Besondere Beachtung fand der Beginn des Baues des RK-Seniorenheims Hof.


Die 70er Jahre


1970 Die Kolonne betrauerte den Tod ihres langjährigen Kolonnenarztes und Kreisverbands-Chefarztes Karl Gölkel.
Der Ausbildungsplan des ganzen Jahres umfasste 38 Unterrichts- und Übungsabende sowie am 2.10. eine unvermutete Alarmübung.
Die Ausbilder hatten im Rahmen der sogen. Breitenausbildung 30 Lehrgänge "Erste Hilfe" und 45 Kurse "Sofortmaßnahmen am Unfallort" zu halten.
Der Krankentransport und Rettungsdienst verzeichnete 6700 Transporte mit einer Fahrleistung von 174000 km.
Bei den verschiedensten Veranstaltungen und Gelegenheiten leisteten die Kolonnenmitglieder 8600 Wachstunden und erbrachten dabei 5360 Hilfeleistungen.
 
1971 Am neu eingeführten Leistungsvergleich nahmen in der Stufe 1 (bronze) 22 Kolonnenmitglieder mit Erfolg teil.
Im Krankentransport kam die erste Vakuummatratze zur Verwendung.
Nach langen vergeblichen Bemühungen erhielt der Rettungsdienst auch in Hof die Fernsprechnummer 2222.
Der umfangreiche Dienstplan sah als wichtigen Punkt bei mehreren Unterrichten abermals das Einrichten von Verbandplätzen vor.
Die Kolonne wirkte mit bei einer Übung der Feuerwehr, stellte u.a. mehrere Wachen bei 2 ADAC-Fahrten, beim Landessportfest und veranstaltete sowohl eine eigene Alarmübung als auch eine Geländeübung.
Im Verlaufe von 9473 Wachstunden musste in 5965 Fällen Erste Hilfe geleistet werden.
Wie schon seit längerer Zeit beteiligten sich Kolonnenmitglieder wiederum an der Rentnerbetreuung in Interzonenzügen.
Im Zuge der Breitenausbildung fielen 21 Lehrgänge ,,Erste Hilfe" und 36 Unterweisungen ,,Sofortmaßnahmen am Unfallort" an.
Völlig unerwartet verstarb der Krankentransportleiter Karl Lämmerhirt. Die Gesamtstärke der Kolonne belief sich auf 83 aktive Mitglieder.
 
1972 Der Jahresbericht weist als hervorstechenden Punkt 17687 ehrenamtliche Wachstunden durch die Kolonnenmitglieder nach, nämlich
3200 Std. im Krankentransport an Sonn- und Feiertagen
4348 Std. im Krankentransport an Wochentagen in der Nacht
8660 Std. bei anderen Wachdiensten
1577 Std. bei sonstigen Gelegenheiten.
Die Kolonne wirkte mit bei zwei Übungseinsätzen der Freiw. Feuerwehr in Hof, hielt eine größere Übung im Zusammenhang mit der 100-Jahr-Feier der Feuerwehren in Feilitzsch und Trogen, stellte Wachen bei der "Olympia-Rally" sowie bei einem Autoslalom und dgl. mehr. Für das Stadtkrankenhaus in Hof waren 730 Stunden Sitzwache zu erbringen.
Der Fahrzeugbestand des Krankentransportes erfuhr eine Bereicherung durch die Anschaffung des ersten Rettungswagens.
Die von den Ausbildern der Kolonne gehaltenen Lehrgänge und Kurse erforderten einen Zeitaufwand von 848 Stunden.
Als Folge der Gebietsreform wurden die Kreisverbände Rehau, Münchberg und Naila in den BRK-Kreisverband Hof eingegliedert. Vorsitzender dieses Großkreisverbandes blieb der Hofer Altoberbürgermeister Hans Högn. Zum Kreiskolonnenführer für dieses Gebiet wählten die Kolonnenmitglieder des ganzen Kreisverbandes Adolf Hoffmann.
 
1973 Die Einführung des ärztlichen Notfalldienstes an Wochenenden in der Stadt Hof brachte für die Kolonne insofern eine neue Aufgabe, als sie das Personal für die Entgegennahme der Notfallmeldungen stellen musste.
Beim 3-tägigen Zeltlager des Kreisverbandes in Leupoldsgrün leisteten die Ausbilder der Kolonne wertvolle Arbeit.
Die Kolonne führte gemeinsam mit Bergwacht, Wasserwacht, Technischen Hilfswerk und Freiw. Feuerwehr Hof zwei Übungen durch, eine davon als Nachtübung.
In der Breitenausbildung fielen 1128 Unterrichtsstunden an. Bei den "Sofortmaßnahmen am Unfallort", einem Teil dieser Ausbildung, waren 1187 Teilnehmer zu verzeichnen.
Nach längerer Krankheit verstarb der ehem. Kolonnenführer und langjährige Ausbilder Hans Latendin.
Die Fa. Kanzler in Konradsreuth spendete für den Krankentransport einen neuen Krankenwagen. Damit verfügte der Kreisverband über 24 Kranken- und 2 Rettungswagen.
 
1974 Das Inkrafttreten des Bayer. Rettungsdienstgesetzes hatte Auswirkungen auf den Krankentransport und den Rettungsdienst. War diese Tätigkeit bisher nur in der Satzung des Roten Kreuzes als eigene Aufgabe festgelegt, so zählte sie nun zu denen des Staates, der sie wiederum auf die Landkreise und kreisfreien Städte übertrug und diese aufforderte, zur Wahrnehmung der Aufgabe Rettungszweckverbände zu bilden.
Der Kreisverband führte in der Stadt Hof die Aktion "Essen auf Rädern" ein, die speziell für ältere Bürger gedacht ist.
Nachdem kein Bedürfnis mehr bestand, löste die Kolonne ihre vor Jahren gegründete Sterbehilfskasse auf.
Wie schon seit geraumer Zeit griff der Bezirksverband Ober- und Mittelfranken des BRK bei überörtlichen Ausbildungsvorhaben auch 1974 auf die bewährten Hofer Ausbilder zurück.
In der Breitenausbildung fanden 83 Lehrgänge mit 1641 Teilnehmern statt. Der Unterricht der Kolonne umfasste 37 Unterrichts- und Übungsabende, sowie eine Wiederholung der Herz-Lungen-Wiederbelebung.
Ferner nahm die Kolonne am 3-tägigen Ausbildungslager in Ort und an zwei Übungen anderer Hilfsorganisationen teil.
Im Interesse der Pflege gut nachbarlicher Beziehungen besuchte sie die Kolonnen Helmbrechts und Oberkotzau sowie den SanZug Martinlamitz bei deren Jubiläen.
 
1975 Innenminister Dr. Merk gab bei seinem Besuch in Hof das Zeichen zur Inbetriebnahme der Rettungsleitstelle Hof, die für das Gebiet der Kreisverbände Hof und Wunsiedel zuständig ist
Im Vollzug des Rettungsdienstgesetzes gründeten die Stadt Hof sowie die Landkreise Hof und Wunsiedel einen Rettungszweckverband. Der BRK-Kreisverband Hof, der bisher den Rettungsdienst und Krankentransport in seinem Bereich als eigene Aufgabe ausführte, nahm diese Tätigkeit nun im Auftrag des Zweckverbandes wahr. Für das Transportpersonal brachte diese Neuregelung keine Änderung ihrer täglichen Arbeit.
Am Führerschulungslager in Selbitz das mit dem Leistungsvergleich der Stufe 1 abschloss nahm die Kolonne in angemessener Stärke teil. 60 Lehrgänge "Erste Hilfe" bzw. "Sofortmaßnahmen am Unfallort" sowie 3 Lehrgänge "Herz-Lungen-Wiederbelebung" mussten im Rahmen der Breitenausbildung gehalten werden.
Der Dienstplan der Kolonne sah 39 Unterrichts- und Übungsabende und die Beteiligung bzw. Durchführung von Übungen gemeinsam mit Bergwacht, Wasserwacht und Feuerwehr vor.
Bei den regelmäßig anfallenden zahllosen Wachen konnten 5200 Hilfeleistungen gezählt werden.
 
1976 Der Kreisverband dehnte die Aktion ,,Essen auf Rädern" auch auf den Landkreis aus.
Im Laufe des Jahres fanden 37 Unterrichts- und Übungsabende, 62 Lehrgänge im Rahmen der Breitenausbildung, 2 Alarmübungen, 1 Führerlager in Regnitzlosau und zur Pflege der Kameradschaft eine Omnibusfahrt in die DDR statt. Darüber hinaus wirkte die Kolonne wiederum an Übungen der Bergwacht, Wasserwacht und Feuerwehr mit.
Die Zahl der getätigten Hilfeleistungen bei Wachen belief sich auf 5496.
 
1977 Die Breitenausbildung nahm an Umfang zu. 75 Lehrgänge mit 1934 Teilnehmern, darunter 4 Wiederholungen "Erste Hilfe", nahm die Ausbilder überaus stark in Anspruch. Dazu kam, dass die Ausbilder der Kolonne noch bei vielen anderen Lehrgängen und Ausbildungsveranstaltungen außerhalb der Stadt Hof und im ganzen Bereich des Bezirksverbandes zum Einsatz kamen.
Oberbürgermeister Dr. Heun übernahm nach vorangegangener Wahl den Vorsitz im Kreisverband. Altoberbürgermeister Högn kandidierte altershalber nicht mehr. Stellvertreter wurde Max Pößnecker.
In der Kolonne löste Heinz Herzig den Kam. Günther Haim im Amt des stellv. Kolonnenführers ab.
Zu den 38 Unterrichts- und Übungsabenden, die laut Dienstplan für alle Mitglieder obligatorisch waren, kamen für die Angehörigen der Fernmeldegruppe noch weitere 10 Unterrichtsabende hinzu.
Die Kolonne beteiligte sich an zwei Übungen anderer Hilfsorganisationen, nahm am Zeltlager in Döbra teil, besuchte die Kolonnen Regnitzlosau und Bad Steben, die jeweils Jubiläum hatten, und veranstaltete eine gut gelungene 2-tägige Omnibusfahrt nach Prag.
Erwähnenswert ist noch, dass die Mitglieder der Kolonne ehrenamtlich 17000 Wachstunden leisteten.
 
1978 Der langjährige Kreisgeschäftsführer Willy Wendt schied aus Altersgründen aus; an seine Stelle trat Karl-Heinz Kroschel.
Die Kolonne führte unter Mitwirkung der weibl. Bereitschaft, der Bergwacht und der Wasserwacht eine vielbeachtete Großübung in der Altstadt durch.
73 Lehrgänge und Kurse in der Breitenausbildung zählten 1929 Teilnehmer. 37 Unterrichts- und Übungsabende dienten der Vervollständigung sowie auch der Auffrischung des Wissens und Könnens der Mitglieder.
Das 3-tägige Zeltlager in Selbitz verzeichnete eine starke Beteiligung der Kolonne Hof.
Ein Omnibusausflug mit Schifffahrt auf dem Main sollte ein Dank an die Mitglieder für die erfolgreiche Arbeit eines Jahres sein.
Zur Pflege der kameradschaftlichen Beziehungen fand ein Besuch der Kolonne Konradsreuth anlässlich ihres 50. Stiftungsfestes statt und beim 75-jähr. Jubiläum der SanKolonne Selb vertrat eine Abordnung die Kolonne Hof.
 
1979 Die Feier zum 90-jährigen Bestehen beging die Kolonne mit einer großen Schauveranstaltung in der Klosterstraße und einem Festabend im Katholischen Vereinshaus.
In den Schaufenstern zahlreicher Firmen in der Ludwigstraße war die Ausstellung "90 Jahre Rotes Kreuz in Hof" mit Fotos und Sanitätsmaterial aus Vergangenheit und Gegenwart zu sehen.
Seit 6.5. wird der ärztl. Notfalldienst für den Landkreis Hof nur noch über die Rettungsleitstelle abgewickelt, wie es vorher schon für die Stadt Hof der Fall gewesen ist.
Die Breitenausbildung nahm mit 83 Lehrgängen und 1848 Teilnehmern die Ausbilder wiederum in überreichem Maße in Anspruch.
19650 ehrenamtliche Wachstunden zeugen vom Einsatzwillen der Mitglieder. Dazu kamen noch 38 Unterrichts- und Übungsabende.
Eine eigene Alarmübung, die Mitwirkung bei Übungen anderer RK-Gemeinschaften und sonstiger Hilfsorganisationen sowie der Besuch des Fernmeldefachdienstlagers und des Arzte- und Führerlagers des Bezirksverbandes rundeten den Dienstplan ab.
Am Fest zum 50-jähr. Bestehen der Kolonne Berg nahm eine starke Abordnung teil.
Nach längerer Krankheit verstarb der ehemalige stellv. Vorsitzende des Kreisverbandes Hans Degenkolb, der sich auch als Kolonnen- und Kreiskolonnenführer bleibende Verdienste um das Rote Kreuz in Hof erworben hatte.


Das BRK Hof in den 80er Jahren


1980 Eine große K-Schutzübung des Landkreises in Brunnenthal erforderte den Einsatz der ganzen Kolonne.
Sie hat manchmal enorme Schwierigkeiten, für alle Ausbildungsveranstaltungen die Ausbilder zu stellen. Allein für die Breitenausbildung mussten 72 Lehrgänge und Kurse mit 1622 Teilnehmern besetzt werden. Daneben waren noch 35 Unterrichts- und Übungsabende auszurichten.
Bei einem Übungsalarm erfolgte eine Überprüfung des Alarmplanes.
Die ehrenamtlichen Wachstunden erhöhten sich auf 20560 im lfd. Jahr.
Die Beschickung eines Fachdienstlagers des Bezirksverbandes diente der Vervollständigung der Kenntnisse der betreffenden Mitglieder.
Unter großer Beteiligung aller Gemeinschaften nahm das Rote Kreuz in Hof Abschied von seinem vormaligen langjährigen Kreisverbandsvorsitzenden, Altoberbürgermeister Hans Högn.
 
1981 Durch Mithilfe der Kolonne Hof wurde der Sanitätszug Leupoldsgrün der schon einmal bestanden hatte, wieder gegründet.
Die Stadt Hof veranstaltete eine K-Schutzübung am alten Gefängnis, an der neben der Kolonne das Techn. Hilfswerk und die Freiw. Feuerwehr Hof teilnahm.
Bei den Feierlichkeiten zum 125-jähr. Bestehen der Freiw. Feuerwehr Hof war die Kolonne stark vertreten.
Sie wirkte mit beim 3-tägigen Ausbildungslager in Selbitz und beteiligte sich an einem Fachdienstlager des Bezirksverbandes sowie an Übungen anderer Hilfsorganisationen.
Einige Kameraden der Fernmeldegruppe legten bei der Regierung in Bayreuth die Prüfung als Sprechfunker ab.
35 Unterrichts- und Übungsabende, ergänzt durch 14 zusätzliche Unterrichte nur für die Fernmeldegruppe, bildeten den Dienstplan.
Der langjährige vormalige Kreisgeschäftsführer Willy Wendt fiel einem Verkehrsunfall zum Opfer, an dessen Folgen er verstarb.
Zum neuen Vorsitzenden des Kreisverbandes wählten die Mitglieder Landrat Ewald Zuber.
 
1982 Am 3-tägigen Ausbildungslager für K-Schutz in Döbra nahmen erstmals Mitglieder der weibl. Bereitschaft teil.
Die Freimaurerloge "Zum Morgenstern" stellte durch die Stiftung eines Notarzteinsatzwagens ihr soziales Engagement unter Beweis.
21900 Wachstunden durch ehrenamtliche Helfer ließen sich nur unter Anspannung aller Kräfte erbringen.
Bei 36 Unterrichts- und Übungsabenden erhielten die Mitglieder das für ihren Dienst notwendige Wissen und Können vermittelt. Für die Fernmeldegruppe waren 11 zusätzliche Dienste angesetzt.
Zu erwähnen ist noch der Besuch der Kolonne Bamberg anlässlich ihres 100-jähr. Bestehens und die Teilnahme an zwei Fachdienstlagern des Bezirksverbandes.
Ein 3-Tagesausflüg in die CSSR fand breite Zustimmung.
 
1983 Die Kolonne verfügte zum Jahresende über 89 aktive Mitglieder, darunter mehrere Arzte, 16 ausgebildete Rettungssanitäter, 14 Ausbilder, 3 Instruktoren, 1 Krankenpfleger und 1 Desinfektor.
Die neu ins Leben gerufene Fachgruppe "Technischer Dienst" hielt 14 eigene Unterrichte ab, die Fernmeldegruppe 11; dazu kamen noch 31 Unterrichts- und Übungsabende für die ganze Kolonne.
Die Aus- und Fortbildung diente auch ein Zeltlager in Konradsreuth und ein Fachdienstlager des Bezirksverbandes.
Allein die Vielzahl solcher Ausbildungsveranstaltungen hat die Mitglieder befähigt, allen Anforderungen gerecht zu werden. Die geleisteten 20066 Wachstunden gingen im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück.
Bei einer 3-Tagesfahrt besuchte die Kolonne die französische Landeshauptstadt Paris sowie die Hofer Partnerstadt Villeneuve-la-Garenne.
 
1984 Die auf die Bereiche Sanitätsdienst, Rettungsdienst und K-Schutz ausgerichtete Ausbildung der Kolonne umfasste 33 Unterrichts- und Übungsabende sowie die Teilnahme an dem K-Schutz-Lager in Schwarzenbach/W. und einem Fachdienstlager. Die Fernmeldegruppe und die Gruppe techn. Dienst verzeichneten zusammen noch weitere 21 Unterrichte.
Mehrere Mitglieder vervollständigten ihr Wissen bei mehrtägigen Kursen an den rotkreuzeigenen Schulen.
Unter den 20375 ehrenamtlichen Wachstunden befanden sich allein 17000 Stunden, die im Rettungsdienst anfielen.
Ein 3-Tages-Ausflug nach Berlin war für alle Teilnehmer ein Erlebnis.
Die Kolonne zählte zum Jahresende 106 Mitglieder, darunter 25 vom Wehrdienst Freigestellte.
 
1985 Eine unvorbereitete Alarmübung mit allem Material auf dem Volksfestplatz sollte ein Test für den Ernstfall sein.
Die Aus- und Fortbildung wurde in altbewährter Weise fortgeführt. Dazu gehörte auch das 3-tägige Ausbildungslager in Döbra.
Die von der Kolonne Hof unterhaltenen SanDepots im Landkreis konnten, weil sie nicht mehr nötig sind, aufgelassen werden.
Die seit einiger Zeit stattfindende freiwillige Fortbildung im Rettungsdienst, die sich sehr bewährt hat, wird auch künftig beibehalten.
Die Mitglieder wählten Heinz Herzig zum neuen Kreiskolonnenführer, Rudolf Geier zum Kolonnenführer und Michael Distelkamp zu seinem Vertreter. Die neue Kolonnenführung wird ergänzt durch Peter Reich (Schriftführer) und Helmut Krauß (Kassier). Die bisherigen Amtsinhaber hatten nicht mehr kandidiert.
 
1986 Bei der großen K-Schutzübung des Landkreises am Waldstein, bei der die Kolonne Hof in voller Stärke zum Einsatz kam, wirkten rund 800 Kräfte mit.
Im Rahmen ihrer umfangreichen Ausbildung beteiligte sich die Kolonne am Zeltlager in Weißdorf. Bei einer eigenen Einsatzübung wurde die Feuerwehr zugezogen.
Die Breitenausbildung nahm wieder großen Raum in der Arbeit der Kolonne, besonders der Ausbilder ein.
In Anerkennung seiner Verdienste ernannte die Kolonne ihren langjährigen Kolonnenführer Helmut Krauß zum Ehrenkolonnenführer.
Eine Busfahrt an den Bodensee diente der Festigung der Kameradschaft.
 
1987 Aus Zweckmäßigkeitsgründen und zur Vereinheitlichung der Ausbildung veranstalteten die Kreisverbände Hof und Wunsiedel ein mit einer Alarmübung verbundenes gemeinsames K-Lager, an dem die Kolonne Hof teilnahm.
36 Unterrichts- und Übungsabende, die sowohl Arztvorträge als auch prakt. Arbeit enthielten, bildeten den Großteil der regulären Ausbildung.
50 Sanitäter und Helferinnen aus dem ganzen Kreisverband schlossen in einem Lehrgang die Sanitätsausbildung erfolgreich ab.
Die Zahl der ehrenamtlichen Wachstunden lag etwa in gleicher Höhe wie in den vergangenen Jahren. Das gilt auch für die Breitenausbildung.
Durch Vermittlung eines Mitgliedes erhielt die Kolonne einen Videorekorder für Ausbildungszwecke gestiftet.
Michael Distelkamp legte sein Amt als stellv. Kolonnenführer nieder. An seine Stelle trat Herbert Frinzel.
Eine 2tägige Busfahrt nach Hamburg mit Ausflug nach Helgoland fand lebhaftes Interesse.
 
1988 Der Lionsclub Hof stiftete eine sogen. Schaufeltrage und 6 Halswirbelschienen zu Übungszwecken und zum Einsatz im Rettungsdienst.
Eine von der Stadt Hof angesetzte größere K-Schutzübung, an der neben der Kolonne auch andere hiesige Hilfsorganisationen teilnahmen, zeigte die Schwierigkeiten deutlich auf, die bei der Bekämpfung einer Katastrophe entstehen können.
Bei einer eigenen Alarmübung stand sehr schnell eine ausreichende Anzahl von Sanitätern zum Einsatz bereit.
Das gemeinsame Ausbildungslager der Kreisverbände Hof und Wunsiedel wurde von 22 Angehörigen der Kolonne Hof besucht; 9 Mitglieder vervollständigten ihr Wissen gelegentlich eines Fachdienstlagers des Bezirksverbandes.
Die Fachgruppen Fernmeldedienst und techn. Dienst waren wieder sehr aktiv. Neben der Wartung der spez. Einsatzfahrzeuge sowie des umfangreichen techn. Materials wendeten sie noch Zeit auf für Sprechfunkübungen.
Der Dienstplan für die ganze Kolonne beinhaltete 40 Unterrichts- und Übungsabende, davon 14 ärztliche und 12 sonstige Fachvorträge, sowie
14 Abende mit praktischer Arbeit. Als Referenten standen 10 Arzte zur Verfügung.
Die 27139 Einsatzstunden des Jahres 1988, davon 15219 Stunden im Rettungsdienst, sind ein Zeugnis dafür, wie stark die Mitglieder der Kolonne ehrenamtlich in Anspruch genommen wurden.
Der Personalstand belief sich zum Jahresende auf 12 Arzte, 9 Führer, 16 Unterführer und 43 Helfer. Darunter befinden sich, von den Ärzten abgesehen, 17 Rettungssanitäter, 5 Rettungsdiensthelfer, 5 examin. Pflegekräfte, 7 Instruktoren, 10 Ausbilder und 1 staatl. geprüfter Desinfektor. Diese Aufgliederung beweist die beachtliche Qualifikation der Mitglieder der Sanitätskolonne Hof.


1989 Der Lionsclub Hof stellte abermals sein großes soziales Engagement unter Beweis. Dankenswerterweise stiftete er zu Ausbildungszwecken ein modernes Lehrgerät mit Computeranzeige und Drucker zum Üben der Herz-Lungen-Wiederbelebung.
Bei den aus Anlass der Mitgliederversammlung turnusmäßig stattfindenden Wahlen wurde Bürgermeister Edgar Pöpel aus Rehau zum neuen Vorsitzenden des BRK-Kreisverbandes Hof gewählt.
Die Kolonne Hof erhielt ebenfalls eine neue Führung, nachdem die alte nicht mehr kandidierte. Als Kolonnenführer fungiert nunmehr Werner Saalfrank, als sein Vertreter Roland Saalfrank.

Wer diese Chronik aufmerksam liest, wird erkennen, dass in und von der Sanitätskolonne Hof in den einhundert Jahren ihres Bestehens ein kaum abzuschätzendes Maß an gemeinnütziger Arbeit ehrenamtlich geleistet wurde, dass sie immer über Männer verfügte, die mit Hingabe und sozialem Verantwortungsgefühl der Sache des Roten Kreuzes dienten. Dabei gab es mehrfach Zeiten, namentlich nach zwei verlorenen Kriegen, in denen die Verhältnisse außerordentlich schwierig waren. Dass es trotzdem gelang, mit allen auftretenden Problemen fertig zu werden, erscheint rückschauend bewundernswert und ist ein Verdienst all jener Männer, die bis jetzt der Kolonne angehörten. Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang die wertvolle Unterstützung durch die weibl. Bereitschaft Hof.

Führung und Mitglieder der Sanitätskolonne werden auch in Zukunft zusammenstehen, das übernommene Erbe weitertragen und sich bemühen, den vielfältigen Aufgaben nach besten Kräften gerecht zu werden, zur Ehre des Roten Kreuzes sowie zum Wohle der Bürger unserer Stadt und unseres Landes. Mögen uns dazu friedliche Zeiten und ein gegenseitiges Vertrauen der Völker zueinander verhelfen.

 

Verfasst von Max Pößnecker